Wer die richtigen Fragen mitbringt, fährt mit Antworten nach Hause. Eine Checkliste für CIOs, die den Peer-Austausch zu Agentic AI gezielt nutzen wollen.
Seit Jahrzehnten träumen CIOs von echten End-to-End-Prozessen. Aber in keinem Unternehmen gibt es einen Verantwortlichen dafür.
Agentic AI ändert das gerade – weil sie CIOs zwingt, die Frage nach der Verantwortung zu lösen. Denn dieses Mal ist es mehr als eine technische Entscheidung: Es geht darum, dass IT und Business einander vertrauen und gemeinsam tragen, was ein Agent autonom tut.
Die Lösungen dafür liegen selten in einem Whitepaper. Sie brauchen den Austausch mit CIOs, die denselben Weg gehen – mit konkreten Use Cases, echten Erfahrungen und dem Mut, auch über Rückschläge zu sprechen.

Fokussieren: Was ist ein gutes Event-Ergebnis?
Bei solch einem komplexen Thema findet die wichtigste Vorbereitung nicht im Terminkalender statt, sondern im Kopf. Legen Sie vorab fest, was Sie auf dem Event erreichen wollen:
- Mindestens eine Antwort auf eine Frage, die intern bisher offen war.
- Mindestens ein Peer-Kontakt, mit dem ein Folgegespräch sinnvoll ist – weil sein Unternehmen in einer ähnlichen Situation steckt oder einen relevanten Schritt weiter ist.
- Eine Demo oder einen Case, der sich intern als Anschauungsmaterial eignet – für den Vorstand, das Team oder den nächsten Budget-Antrag.
- Eine Einschätzung, ob die eigene Richtung stimmt oder korrigiert werden sollte.
Vor dem Event: Klären Sie den Stand und formulieren Fragen
Wer ohne eigene Agenda auf ein Event fährt, übernimmt die Agenda anderer. Drei Fragen helfen bei der Standortbestimmung:
- Wo befinden wir uns bei Agentic AI: im Experiment, im Piloten oder in der operativen Skalierung?
- Welche Fragen haben wir intern noch nicht beantworten können?
- Was blockiert uns konkret: Technologie, Organisation, Daten oder Budget?
Durchdachte Fragen heben Diskussionen an
Mit Agentic AI geht ein hoher Klärungsbedarf einher rund um Prozesse, Daten und Verantwortlichkeiten. Mit vorbereiteten Fragen helfen Sie auch anderen, eine werthaltige Diskussion zu führen.
- Wie regeln andere Unternehmen die Verantwortung für autonome Agenten – IT, Business oder beides?
- Wie lassen sich Agenten über CRM, ERP und HR hinweg in der Praxis orchestrieren?
- Welche API-Governance-Modelle haben sich bewährt, um Schnittstellen zwischen Systemen kontrolliert zu halten?
- Wie messen Unternehmen den Business-Value von Agentic AI – und wie kommunizieren sie ihn gegenüber CFO und Vorstand?
Nehmen Sie zwei solcher Fragen als persönliche Priorität mit. Und priorisieren Sie im Gespräch am besten eine davon. Eine gut gestellte Frage liefert oft mehr als ein offenes Gespräch ohne Fokus.
Uli Irnich, CIO Advisor EMEA bei Salesforce und ehemaliger CIO u. a. bei Vodafone, ist auf der Agentforce World Tour Frankfurt als Ansprechpartner für genau diese Fragen präsent.
Während des Events: Seien Sie selektiv und aktiv
Bei B2B-Events geht es stets um Qualität vor Quantität. Wählen Sie drei bis vier Slots gezielt aus und bringen Sie dort aktiv ein, was intern gerade brennt.
Wer während eines Gesprächs mitschreibt, hört schlechter zu. Machen Sie daher keine Mitschriften, sondern notieren Sie sich Stichworte. Nach dem Slot können Sie diese ergänzen, zum Beispiel mit Namen, Kernaussagen und einem nächsten Schritt.
Und nehmen Sie Demos ernst. KI-Strategien sind oft abstrakt und intern schwer durchsetzbar. Da kann eine Demo oder ein konkretes Peer-Beispiel den Unterschied machen. Prüfen Sie daher Demonstrationen von Agenten und automatisierten Prozessen mit dem Blickwinkel: Was bedeutet das für die eigene Architektur? Was wäre damit in unserem Unternehmen möglich?
Ohne Demo gibt es kein Budget. Demos sind das neue Entscheidungsinstrument für das Top-Management.
Uli Irnich, CIO Advisor EMEA, Salesforce
Nach dem Event: Nutzen Sie die Ergebnisse sinnvoll
Das Zeitfenster ist kurz. Was nicht in 48 bis 72 Stunden dokumentiert und weitergegeben wird, verblasst.
- Internes Briefing vorbereiten: Fassen Sie drei bis fünf Punkte für das eigene Team oder die Geschäftsleitung zusammen:
Was war die wichtigste Erkenntnis? Was hat sich bestätigt, was hat überrascht? Was bedeutet das für die eigene Roadmap?
- Den Vorstand abholen: Ein kurzes Briefing nach einem Event. Zeigen Sie anhand eines realen Unternehmensbeispiels oder einer Demo, wo andere stehen oder eine Option sich daraus für Sie ergibt.
- Peer-Kontakte aktivieren: Nehmen Sie innerhalb einer Woche Kontakt auf, solange Gespräche noch präsent sind. Als Einstieg reicht ein kurzes „Ich würde gern tiefer in Thema X einsteigen“.
Leiten Sie eine Maßnahme ab
Das stärkste Signal für ein gutes Event ist nicht die Zahl der Kontakte, sondern ob danach etwas anders gemacht wird. Das kann klein sein: ein internes Review der API-Governance, ein Gespräch mit dem CDO über Datenverantwortlichkeiten, oder die Entscheidung, welchen Piloten man als nächstes skaliert.
Mit dieser Vorbereitung fahren Sie auf jeden Fall mit einem Ergebnis nach Hause und nutzen die Gunst der Stunde.
Denn CIOs sitzen jetzt am Hebel – wenn sie die Ärmel hochkrempeln und aufzeigen, wie relevant sie für die Agentic Enterprise Revolution sind. Und diese Revolution lässt sich nicht von der Tribüne aus gestalten, sie braucht einen Aufbruchmoment: lernen, Verantwortung übernehmen, umsetzen.
