Die Einführung von generativer KI bedeutet für die meisten CIOs einen erweiterten Aufgabenbereich und mehr Verantwortung – eine Aufgabe, die nur mit neuen Strategien gemeistert werden kann. 

Die Rolle des CIO befindet sich im Umbruch. „CIOs steuern jetzt die neue Ära der KI-basierten digitalen Transformation“, sagt Juan Perez, CIO bei Salesforce. Das bedeutet, dass die CIOs mit allen Stakeholdern im gesamten Unternehmen zusammenarbeiten müssen, um die technischen und organisatorischen Grundlagen für eine zuverlässige KI-Implementierung in allen Bereichen zu schaffen. Wie hoch die CIOs die Bedeutung von KI für das Unternehmen einschätzen, zeigt eine von Salesforce durchgeführten CIO-Umfrage. Danach meinen 84 Prozent der Befragten, dass KI wichtiger sei als das Internet.  

Mit dieser Einschätzung sind sie nicht allein. Die meisten CxOs wollen das Potenzial von KI schnellstmöglich nutzen und entsprechend hoch ist der Druck auf die CIOs, produktive Ergebnisse zu erzielen. Das kann aber nur dann gelingen, wenn die Einordnung, Kooperation und Kommunikation zwischen dem CIO und dem Topmanagement anders aufgestellt wird. „CIOs müssen einen Platz am Tisch der Geschäftsführung einnehmen“, sagt Frank Engelhardt, Vice President Enterprise Strategy, bei Salesforce Central Europe. Das ist an sich nichts Neues, doch „mit den KI-gestützten Geschäftsänderungen erhält die Rolle des CIOs eine neue Qualität; er ist jetzt Koordinator und Wegbereiter für die Umsetzung“, so Frank Engelhardt weiter.  

Diese Notwenigkeit ist bei den CEOs längst angekommen. „82 Prozent der CIOs sprechen heute routinemäßig mit dem CEO, vor KI waren es weniger als zehn Prozent“, weiß sein Kollege Ed Thompson, Senior Vice President, Customer Experience & Market Strategy zu berichten.  Dennis Bülow, CIO bei bofrost*, dem europäischen Marktführer im Direktvertrieb von Eis- und Tiefkühlspezialitäten, kann das bestätigen: „Die CxOs wollen jetzt viel mehr über IT wissen und hier ist die IT als kompetenter Berater gefordert und muss gleichzeitig auch viel genauer verstehen, was die Business Anforderungen sind. Dieses wechselseitige Verhältnis ist mit Blick auf unser Geschäftsmodell als Direktvertrieb, bei dem es auf den persönlichen und direkten Service ankommt, umso wichtiger“, lauten seine Erfahrungen. 

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CIOs sind gefordert, neue Technologien schnellstmöglich in die Betriebsabläufe zu integrieren – das gelingt bei KI nur mit neuen Maßnahmen.

Eine neue IT-Avantgarde prescht voran 

Gartner spricht bereits von einer neuen „digitalen Avantgarde“. Diese arbeitet intensiv mit den Fachbereichen zusammen und startet Initiativen innerhalb der Geschäftsleitung. „Der neue CIO ist derjenige, der die Business-Anforderungen mit den Möglichkeiten der Technik verbindet“, sagt Gartner-Analyst Raf Gelders. „Er setzt Prioritäten und treibt gemeinsam mit den Fachbereichen strukturelle Veränderungen voran.“ 

Damit erhält die Kommunikation eine neue Bedeutung. Bülow stellt sie bereits in den Mittelpunkt seiner Management-Aktivitäten: „Wir haben festgestellt: Projekte sind dann erfolgreich, wenn nicht nur die Technik stimmt, sondern vor allem auch die zwischenmenschliche Kommunikation gelingt“, lautet seine Erkenntnis aus vielen Projekten. „Deshalb beginnen wir bei jedem Projekt mit einer Stakeholder-Analyse und überlegen uns, wo welche Konflikte oder auch schlicht Veränderungsprozesse, die begleitet werden müssen, entstehen könnten.“  

Solche Analysen scheinen gerade in Zeiten von KI ein sinnvoller Startpunkt zu sein. Viele Stakeholder hätten unangemessen hohe Erwartungen, geben 68 Prozent der CIOs in der oben erwähnten Salesforce-Studie an.  

Fachabteilungen gewinnen an Einfluss 

„Das ist auch eine logische Folge davon, wenn Technik bestmöglich auf die mitunter komplexer werdenden Nutzungsanforderungen abgestimmt werden und dafür Fachbereiche mitsprechen können und müssen,“ erläutert Bülow. „Jeder Bereich hat einen individuellen Bedarf und da ist der Austausch und die verschiedenen Perspektiven erst einmal etwas Gutes. Gleichzeitig kommt damit aber auch der Aufgabe der IT, den Gesamtüberblick zu behalten und Business Anforderung und Systemarchitektur gleichermaßen zu entsprechen, eine größere Wichtigkeit zu und wird durchaus anspruchsvoller.“ Den Technologie-Stack sauber zu halten, bleibt damit eine Kernaufgabe der IT. 

Damit stellt sich die Frage, wie Bülow den Überblick behält über die technologische Entwicklung. „Die Führung der Mitarbeitenden in der technischen Tiefe ist eine Herausforderung“, erläutert Bülow. Er setzt auf Transparenz und versucht gar nicht, eine fachliche Überlegenheit anzustreben. „Micromanagement macht keinen Sinn. Ich bitte darum, dass man mir Neues erklärt und anschließend gegebenenfalls um Bedenkzeit für eine Entscheidung“, ist seine gewählte Vorgehensweise. 

Mit vier Schritten zur Avantgarde aufschließen 

Um die neue Kooperation und Kommunikation der CIOs auf ein sicheres Fundament zu stellen, sind laut Gartner vier Maßnahmen erforderlich: 

  1. Bereitstellung von soliden Plattformen, die von allen Technologieanwendern im gesamten Unternehmen (auch außerhalb der IT) leicht genutzt werden können. 
  1. Das Bewusstsein für die IT-Architektur schärfen und allen Technologieanwendern die Zusammenarbeit mit IT erleichtern. 
  1. Digitale Führungs- und Technologiekompetenzen unternehmensweit entwickeln und fördern. 
  1. Potenzial für Innovationen im Unternehmen frühzeitig erkennen, fördern und skalieren. 

Die Plattform macht den Unterschied 

Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die ersten beiden Punkte zu richten, denn es ist wichtig, ein überzeugendes Plattformerlebnis für alle Technologieanwender im gesamten Unternehmen zu schaffen. „Die führenden KI-Anwender werden diejenigen sein, die eine weitreichende einheitliche Plattform nutzen, bei der die KI mit Echtzeitdaten, Logik und Arbeitsabläufen verbunden ist“, schreibt Silvio Savarese, Chief Scientist bei Salesforce in einem Blog. Diese Voraussetzung erfüllt zweifellos die Salesforce-Plattform – vor allem, was die Entwicklung neuer KI-Lösungen angeht. „Viele unserer Kunden haben mit Agentforce in wenigen Wochen umfangreiche und leistungsstarke KI-Agenten entwickelt und implementiert“, sagt Tolga Erdogan, Director Architects bei Salesforce, und unterstreicht damit den Führungsanspruch, den das Unternehmen hier in Anspruch nimmt.  

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